„I wer narrisch!“ – Österreichischer Wein in Berlin

„Toooor, Toooor, Toooor – i wer narrisch!“: Selbst wer sich gar nicht für Fußball interessiert, weiß in Österreich  Edi Finger seniors legendären Radiokommentar zu verorten. Er markiert Österreichs 3:2-Sieg gegen Deutschland bei der WM 1978 in Cordoba, Argentenien. Ist schon eine ganze Weile her und für Fußballbegeisterte eigentlich traurig, dass sich die Sportnation noch immer wehmütig mit diesem singulären Ereignis auf die Schulter klopft. Aber was hat das alles jetzt mit Wein zu tun?

Sehr viel, wie FrauWEIN bei ihrem Silvesterbesuch in Berlin erfahren hat. Hier betreiben ein paar Steirer die Cordobar – eine „deutsch-österreichische Weinbar“ mit kleinem Restaurant. Und hier gibt es nicht nur die wahrscheinlich beste Auswahl österreichischer Weine in der deutschen Bundeshauptstadt – sondern mit Lukas Mraz kocht dort auch noch der Sohn von Markus Mraz vom hochprämierten Mraz und Sohn in Wien.

Was Mraz unter „kalten und warmen Snacks“ auf den Tisch bringt, ist schon mal großartig. Ein vegetarisches Tartare aus g eräuchteren Tomaten, das fast das traditionelle Beef Tartare – das bei Mraz natürlich auch alles andere als traditonell zubereitet ist – in dene Schatten stellt. Eine Blun’zn-Pizza, die die amerikanischen Touristen am Nebentisch völlig begeistert – vor allem, wegen der eigens hergestellten Take away-Schachtel, in der sie serviert wird.

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Und die Weine? Ja, da bekommen die Berliner schon was Ordentliches. Wobei die Preise zum Teil etwas hochgegriffen sind, wie FrauWEIN findet. Aber es finden sich durchaus auch leistbare Vertreter des österreichischen Winzertums im „großen Weinbuch“. Und es gibt immer ein paar Magnums, aus denen glasweise ausgeschenkt wird.

FrauWEIN, HerrWEIN und Berliner Begleitung genossen also zur Einstimmung den ebenfalls auch glasweise angebotenen Morillon 2013 vom Herrenhof Lamprecht aus Pöllau bei Gleisdorf. Ein FrauWEIN bisher unbekannter Winzer, ja, nicht einmal dass dort im Norden des südoststeirischen Vulkanlands auch schon Wein gemacht wird, wusste sie. Da haben Weinpresse und Weinquellen schon mehr Ahnung, wie deren Verkostungsberichte zeigen.

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Der Morillon vom Herrn Lamprecht, der auf seiner Website übrigens auch einen recht netten Blog betreibt, ist ein klarer, leichtfüßiger Chardonnay, mit feinen Fruchtaromen, aber auch ganz sanften Butter- und Nusstönen. Ein trinkfreudiger Wein

Ganz anders wie das, was FrauWEIN und Co. als nächstes ordern: Wieder einen Chardonnay, diesmal aber aus dem Burgenland, vom Weingut Schönberger aus Mörbisch, Jahrgang 2011. Der war dann nicht mehr so leichtfüßig, dafür umso intensiver. Schon in der Nase intensive Fruchtaromen, vom Weingartenpfirsich bis hin zu exotischeren Früchten, leichte Honignoten, leichte toastige Töne, aber auch eine gewissen Mineralik. Am Gaumen bestätigt sich der Duft, gemischt mit feinem Schmelz, das ist schon ein toller Wein.

Zum Abschluss dann noch ein Glaserl aus der Magnum: Grüner Veltliner Reserve vom Weingut Alzinger aus der Wachau, Jahrgang 2004. Mit 14,5 Prozent Alkohol geht da eh kaum mehr als ein Glas und essen muss man zu dem Wein auch nix mehr, der steht für sich. Unglaubliche reife Fruchtaromatik, sanfte Honigtöne, klare Noten von Botrytis und im Abgang noch starke, gut eingewobene Säure.

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Und die deutschen Weine? Die gibt es auch in der Cordobar. Aber FrauWEIN war diesmal patriotisch – und beim Wein ist das Match Deutschland-Österreich aus FrauWEINs Sicht ohnehin auch ganz klar entschieden – patriotisch, versteht sich.

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