Gut und günstig – gibt’s auch im Piemont

„Vino rosso, per favore“.  „Il nostro?“ „Si!“: Mit FrauWEINs Italienischkenntnissen steht es leider nicht so gut, wenn der Wirt in einem italienischem Lokal mit stolzgeschwellter Brust „unseren“ anbietet, dann sagt FrauWEIN nicht Nein. Schon gar nicht im Piemont. Was bei den Preisen für die großen Barolos und Barbarescos der Region durchaus ein Fehler sein kann, wenn die Geldbörse nicht so prall gefüllt ist – nicht aber in dem kleinen, urigen Lokal mitten im Monferrato, der weniger touristischen Gegend des Piemont.

Der „unsrige“ war dann zwar nicht direkt vom Wirt, sondern vom Winzer seines Vertrauens im Nachbardorf, aber trotzdem eine echte Empfehlung. Ein Barbera del Monferrato von Nuova Cappelleta aus Vignale Monferrato. Zugegeben, mit mehr als 14 Prozent ein schwerer, alkoholintensiver Wein, aber das ist bei Piemonteser Weinen ohnehin nicht so selten. Und am Gaumen macht sich der Alkohol ganz und gar nicht breit. Da sind es volle, reife Fruchtaromen, sonnengereifte Kirschen und die gut eingebaute Säure, die Trinkvergnügen bereiten.  Selbst  Weinikone Jancis Robinson lobt in ihrem Blog den einstigen Alltagswein Barbera als aufstrebende Rebsorte.

Dass Nuova Cappelleta als Bio-Weingut sogar nach Demeter zertifiziert ist, weckt Interesse. Und so heißt es für Frau und HerrWEIN am nächsten Tag nichts wie hin. Das Weingut präsentiert sich als echter Bauernhof, auch Rinder werden hier artgerecht gezüchtet. Der Verkostungsraum, neben der Scheune, ist unbesetzt, doch von irgendwoher kommt der Herr des Hauses und empfängt mit einem italienischen Redefluss.

„Vino, degustazioni?“ – FrauWEIN sollte echt italienisch lernen, im Monferrato sind Fremdsprachen ein Fremdwort. Der gute Mann aber versteht, er öffnet seinen Verkostungsraum und tischt von allen Weinen auf. Nicht nur drei verschiedene Barbera, auch den autochthonen Freisa und Chardonnay keltert das Weingut. Der Barbera gefällt auch ohne Essen und so wandern zwei Kisten in den Kofferraum. Bei einem Preis von ca. 6 Euro pro Flasche auch kein Wunder.

Vier Jahre ist das mittlerweile her, die letzte Flasche haben Frau und HerrWEIN gerade geleert. Und festgestellt, dass Nachschub durchaus angebracht wäre.

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