Die spinnen, die Schweden

Da hat FrauWEIN auf einem Kurztrip nach Stockholm ja wieder einmal was Lustiges entdeckt: Selbst im hohen und klimatisch nicht gerade rebfreundlichen Norden versuchen findige Weinenthusiasten nun schon den Weinanbau. Dänemark, Schweden, überall wird vinophil experimentiert, liest FrauWEIN im SAS-Boardmagazin. Ein schwedisches Weingut, das wäre schon einen Besuch wert, findet FrauWEIN. Freilich gibt’s schwedische Tropfen vom Winzer höchstens zum Kosten. Der Ab-Hof-Verkauf ist in Schweden verboten, wie überhaupt der Alkohol-Verkauf streng geregelt und nur in speziellen Geschäften für über-18-Jährige erlaubt ist. Nun ja – schwedischer Weinbau hat wohl noch viel Entwicklungspotenzial.

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Burgenland, Cuvée, juchhe!

HerrWEIN schafft es immer wieder, FrauWEIN mit unbekannten Tropfen zu überraschen. So auch wieder mit dem Antonius 2007 vom Weingut Kloster am Spitz beim Neusiedler See von Bio-Winzer Thomas Schwarz. Nicht nur, dass FrauWEIN das Weingut bisher nicht kannte, auch der Wein war FrauWEIN zunächst ein Mysterium. Ja, der Cabernet Sauvignon-Anteil ließ sich schon erschnuppern, die schwarzen Johannisbeeren und eine leicht fedrige Note, aber was sich noch in dem Cuvée findet, war gar nicht  so leicht zu erraten. Dabei ist der Cabernet-Anteil minimal, Merlot und Syrah runden den Wein ab. In der Farbe sind bestenfalls Spuren von violetten Reflexen erkennbar, ansonsten ist der Wein tief rubinrot im Glas.

Am ersten Abend überlagerte  auch am Gaumen der Cabernet mit kräftig Power die anderen Rebsorten. Staubtrocken, hoch an Tannin, aber trotzdem noch nach FrauWEINs Geschmack – nicht so, wie manche Super Tuscans, die FrauWEIN bei den Ohren rausstauben  – sondern noch mit viel Aroma nach Johannisbeere, Kirsche, aber auch grasigen Noten. Ein starker Roter mit sanftem Abgang. Der breitete sich dann am zweiten Abend, als die Flasche geleert wurde, noch deutlich mehr aus. Da kam dann der Merlot-Anteil zum Vorschein. Sanfte, gaumenschmeichelnde Aromen, noch besser eingebundene Säure.

Und wieder hat FrauWEIN einen Winzer entdeckt, von dem sie mehr probieren muss. Das nimmt kein Ende hier.

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Der Stoppelgeld-Boom: BYO wird salonfähig

Geradezu hymnisch und trotz des noch jungen Jahrs schon als DIE Eröffnung 2015 wird derzeit das neue Wirtshaus von Spitzenkoch Christian Petz gelobt. Petz im Gußhaus steht schon fix auf FrauWEINs ToDo-Liste für die nächsten Wochen – wenn denn ein Tisch zu kriegen ist. Der Hype liegt vor allem an der Petz’schen Küche, die FrauWEIN am Wiener Badeschiff durchaus genossen hat. Doch auch Petz‘ Getränkepolitik lässt die Kritiker jubeln: Denn auch im Gußhaus sagt Petz: Für 15 Euro Stoppelfeld kann jeder Gast seinen eigenen Wunschwein mitbringen.

BYO, als dieses Kürzel bei der Eröffnung des Badeschiffs an der Kreidetafel am Eingang prangte, da konnten viele in Österreich wenig damit anfangen. FrauWEIN kannte das „bring your own“-Prinzip schon aus Australien: Dort haben viele Lokale keine Lizenz zur Alkoholausschank, dass Gäste ihren Wein zum Essen selbst mitbringen, ist da ganz normal.

Petz mag in Wien der Wegbereiter der BYO-Politik sein, allein ist er aber damit längst nicht mehr. FrauWEIN war selbst überrascht, wie viele Lokale mittlerweile ganz selbstverständlich auf das Modell Stoppelgeld setzen. In Wien ist das zum Beispiel das kleine, feine Restaurant Engel von Una Abraham oder das Mercado, die Lateinamerika-Halle im früheren Indochine. Aber selbst haubengekrönte Spitzenrestaurants mit beeindruckenden Weinkellern sind für Genießer, die halt genau die eine Flasche aus genau dem  einen Jahr trinken wollen, offen, was BYO angeht. Der Preis ist dabei oft Verhandlungssache und nicht jedes Lokal wirbt gleich so offensiv für das Modell „Gast bringt Wein“ wie der Meister Petz. FrauWEIN findet aber, wenn man Vorlieben für einen bestimmten Wein hat oder an einem Abend einen ganz besonderen Tropfen genießen will, dann lohnt es sich auf jeden Fall, beim Restaurant der Wahl freundlich nachzufragen. FrauWEIN hat bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht.

Die andere Wachau: Frauenweingarten für FrauWEIN

Die weltberühmten Weinberge der Wachau liegen an der „oberen “ Donauseite: rund um Weißenkirchen, Spitz und Dürnstein. Gegenüber, da ist die andere Wachau – und in Rossatz ist ein Winzer zuhause, den FrauWEIN ganz besonders schätzt: Der Winzerhof Sigl, Mitgliedsbetrieb der Vinea Wachau. Beim Sigl haben FrauWEIN und HerrWEIN vor einiger Zeit so einiges eingekauft – und gerade festgestellt, wie gut der Jahrgang 2012 momentan ist. Getrunken hat FrauWEIN einen Grünen Veltliner Smaragd, aus dem Frauenweingarten. Der hat natürlich schon einen Startvorteil bei FrauWEIN, aber der Wein ist tatsächlich gerade auf der Höhe seiner Entwicklung, da passt alles.

Schöne Steinobstaromen, ein bisschen Birne, ein bisschen Melone und Honig in der Nase, am Gaumen wunderbar fruchtig, aber auch recht mineralisch. Die 14 Prozent Alkohol dominieren überhaupt nicht, der Wein kommt trotz dieser Kraft elegant daher. Beim Sigl muss FrauWEIN demnächst mal wieder verkosten: Der Blick auf die Hänge rund um Dürnstein vom Weingut ist allein schon die Fahrt in die Wachau wert. Und dass der Sigl auch noch recht moderate Preise für seine tollen Weine hat, dagegen hat FrauWEIN auch gar nichts.

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Everyday bubbles: FrauWEINs liebster Prosecco ist einer, der keiner ist

Wie jetzt, kein Prosecco? Doch, FrauWEIN mag Prosecco gern – nicht den billigen Stoff, den es in heimischen Supermärkten massenhaft gibt. Nein, es soll schon ein feiner Sprudel aus der Glera-Traube sein, womöglich noch aus Bio-Anbau, was im Prosecco eine ziemliche Seltenheit ist. Zwei Tipps gab es von FrauWEIN schon hier auf Platz 9.

FrauWEINs Favorit unter den italienischen Sprudeln ist aber einer, der eben kein Prosecco ist, sondern ein Chardonnay Brut und auch nicht aus dem Herzen der Prosecco-Gegend rund um Conegliano kommt, sondern aus den Euganeischen Hügeln bei Padua.

Dort liegt die Villa Sceriman, ein Bio-Weingut, das eine große Vielfalt an Weiß- und Rotweinen herstellt, die allesamt, jung getrunken, leckere Everyday-Weine sind. Der Chardonnay Brut allerdings ist eine Ausnahmeerscheinung: Wunderschön perlend, in der Nase ordentlich Aroma – Honig- und Lindenblüten – am Gaumen spritzig und nicht zu süß. Zwar produziert die Villa Sceriman auch einen Prosecco – der kann mit dem Brut aber einfach nicht mit.

Wann immer FrauWEIN in Italien unterwegs ist, der Abstecher in die Colli Euganei ist fix eingeplant und der Kofferraum jedesmal ziemlich voll. Da wird dann die Rückfahrt Richtung Autobahn, die durch waldige Hügel, in denen sich alte Thermenhotels, die an Kaisers Zeiten in Bad Ischl erinnern, finden, zum Abenteuer. Aber es lohnt sich! Denn mit um die sechs Euro pro Flasche ist der Brut einfach unschlagbar günstig. Gibt’s in Österreich und Deutschland zwar auch bei einigen Importeuren, dort aber deutlich teurer.

Und wenn FrauWEIN was Sprudelndes für besondere Gelegenheiten will, dann hält sie sich lieber doch an Champagner – oder das, was Österreichs Winzer in ihren Keller mittlerweile schon Grandioses produzieren. Heimischer Favorit von FrauWEIN: Ganz klar der Rosé Brut vom Kamptaler Weingut Bründlmayer, der Brut ist auch ein Hit.

Und zum Glück: Prickelndes geht eigentlich immer, findet FrauWEIN.